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Mit oder ohne Zelt? Ein kurzes Fazit

Bauen im Zelt: Ein Fazit

Ende März, als unser Keller im Bau war, hatten wir einen Beitrag zum Thema Bauen im Zelt geschrieben und ein wenig unseren Unmut darüber kundgetan, dass das Nachbarhaus (auch von Viebrockhaus) trocken im Zelt gebaut wird und unseres direkt daneben im Regen steht. Dabei lagen nur zwei Wochen zwischen dem benachbarten Baubeginn und unserem. In den nächsten Tagen wird nun das Zelt nebenan abgebaut. Ein guter Zeitpunkt, um ein Fazit zu ziehen. Hätten wir jetzt doch lieber ein Zelt gehabt oder nicht?

Um es direkt vorwegzunehmen: Wir sind mittlerweile ganz froh, dass wir kein Zelt hatten, womit wir im Vorwege nicht gerechnet haben. Dafür gibt es einen wesentlichen Faktor, den wir nicht auf dem Schirm hatten: Der Wind.

Haus ohne Zelt trockener

Man glaubt es nicht, aber unser Haus ist tatsächlich trockener als das im Zelt. Zwar hat es beim Bau des Erdgeschosses relativ viel geregnet und unser Keller stand knöcheltief unter Wasser. Aber nachdem das Wasser abgepumpt war und die Erdgeschossdecke bzw. zwei Tage später der Dachstuhl mit der Plane als Schutz darüber waren, konnte alles trocken. Ein Vorteil war, dass es in unserem Baugebiet derzeit noch recht windig ist, weil fast keine Häuser stehen. So zog der Wind die ganze Zeit bei dann trockenem und warmen Wetter durch das Haus und hat auch Feuchtigkeit aus dem Keller rausgesogen.

Der Keller im Zelthaus war am Anfang, als bei uns noch das Wasser stand, deutlich trockener. Aber nachdem beide Häuser verschlossen waren, sah man ein anderes Bild. Als in unserem Keller Decke und Wände zumindest an der Oberfläche schon trocken waren, war die Kellerdecke im Zelthaus noch nass, dort hingen teilweise noch Wassertropfen. Dabei wurde der Zeltkeller zwei Wochen vor unserem aufgestellt. Zwar war im Nachbarhaus eine Zeit lang ein Rohr undicht, über das auch Wasser eingetreten ist. Aber der fehlende Wind und damit die geringe Belüftung hat, so denken wir, den größten Unterschied gemacht.

Einfluss auf Bauzeitenplan

Dieser Punkt ist eigentlich nicht so wichtig und hat auf die Gesamtbauzeit auch keinen Einfluss. Der Vollständigkeit halber wollen wir ihn aber erwähnen. Und für besonders ungeduldige Bauherren wie wir es sind ist es zumindest gut zu wissen. Der Aufbau des Zeltes hat zwei Tage gedauert, erst danach kann das Gerüst aufgestellt werden und die Maurer mit Ihrer Arbeit beginnen. Dadurch verschiebt sich der Arbeitsbeginn der Maurer ein paar Tage oder wie bei unserem Nachbarn um eine Woche nach hinten. Die Zeit holt Viebrockhaus wieder auf, aber gerade am Anfang möchte man natürlich, dass es baldmöglichst losgeht.

Und auch jetzt hat das Zelt noch Einfluss auf den Bauzeitenplan. Eigentlich sollte es schon vor drei oder vier Wochen abgebaut werden, denn benötigt wurde es nicht mehr nachdem das Haus verschlossen war. Aber dann hat sich der Abbau des Gerüstes verzögert, und dann ist eine Weile nichts passiert. Eigentlich sollte diese Woche der Schmutzwasseranschluss nebenan gemacht werden, was aber aufgrund des Zeltes nicht ging. Stattdessen wurden die Arbeiten bei uns vorgezogen, nebenan wird das nach dem Abbau nachgeholt.

Stromkosten für beheiztes Zelt?

Im Winter wird das Zelt auch beheizt, damit die Bauarbeiter komplett unabhängig vom Wetter arbeiten können. Das macht es natürlich angenehmer für die Bauarbeiter. Aber auch teurer für die Bauherren, denn die Beheizung kostet viel Baustrom. Dieser Punkt spielt bei unserem Fazit aber keine Rolle. Denn nebenan wurde nicht geheizt, dafür war es schon viel zu warm. Manchmal war es im Zelt sogar ein wenig stickig, weil die Sonne auf das Zelt geknallt hat.

Bessere Sicht / Fotos

Das hat mit dem Haus direkt wenig zu tun, ist aber für Bauherren vielleicht auch recht wichtig: Wir konnten das Entstehen unseres Hauses gerade in der Phase, in der man am meisten Veränderungen sieht, viel besser verfolgen und dokumentieren. So konnten wir zum Beispiel auch Luftaufnahmen vom Erdgeschoss und dem Richtfest machen. Das Haus im Zelt kann man erst in den nächsten Tagen nach dem Abbau des Zeltes komplett sehen. Im Zelt selber ist es nicht möglich, vom Boden aus das Dach zu sehen. Dafür war drinnen zu wenig Platz und man hätte auf das Gerüst gehen müssen.

Das Wetter entscheidet?

Richtig Einfluss auf unser Fazit hatte vor allem der erste Punkt mit der Feuchtigkeit. Bei uns wurde mit dem Erdgeschoss Mitte März begonnen, beim Haus im Zelt kurz vorher. Und wir hatten einen wirklich schönen und recht trockenen April, wenn man mal auf die Wetterkarte schaut. In diesem Fall würden wir sagen, dass wir lieber ohne Zelt bauen würden, weil einfach die Belüftung viel besser ist. Vor allem, wenn man mit Keller baut so wie in unserem Fall.

Hätte das ganze früher stattgefunden, z.B. im Januar, dann wäre das Fazit vielleicht anders ausgefallen. Dann wäre unser Bau vielleicht zeitlich hinter dem Nachbarhaus, weil wegen des Wetters Termine hätten verschoben werden müssen. Wir können uns auch vorstellen, dass es dann mit der Feuchtigkeit anders ausgesehen hätte, weil im beheizten Zelt die Trocknung besser gewesen wäre. Aber das ist nur Theorie, wir wissen es nicht.

Fest steht jedenfalls, dass wir jetzt im Nachhinein glücklich sind, wie es gelaufen ist. Sicher wären wir mit Zelt auch glücklich gewesen und das Nachbarhaus ist natürlich nicht schlechter als unseres. Aber so im direkten Vergleich sehen wir bei uns ein klein wenig mehr die Vorteile aufgrund der Feuchtigkeit. Zumindest bei dieser Jahreszeit.

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